Gebrauchtwagen Check Subaru Forester I: Arbeitstier und Funcar der ersten Stunde
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| Forester S der ersten Generation – für viele Leute auch heute noch ein stiller Traumwagen - und zu vernünftigen Preisen zu haben |
Der Forester der ersten Generation wird später einmal als bemerkenswertes Auto angesehen werden – ähnlich wie schon mit dem ersten Legacy Outback hat Subaru mit ihm viele Genre Tabus gebrochen und im Grunde zeitweilig ein neues Genre geschaffen: Den Arbeitskombi.
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| Neben dem Jagdhund für viele der beste Kumpel: Allrader Subaru Forester |
Den hatte Subaru Jahre zuvor auch schon im Programm – etwa als 1800 Hubertus oder unter lustigen Namen wie “Pirsch” – hier war die Ur-Klientel der frühen Deutschen Subaru-Fahrer angesprochen – die Menschen, die im Wald ihr wahres Zuhause haben und ihren Jagdhund häufiger sehen als ihre Familie. Was sollte die zu dieser Zeit besseres fahren als einen der frühen kernigen Subaru-Boxer?
Mitte der 90er jedoch wollte auch Subaru etwas trendiger und lifestyliger werden, ohne all die Förster und Jäger zu verlieren, die artig alle paar Jahre ihren bisherigen Subaru durch einen neuen ersetzen, ohne auch nur in Erwägung zu ziehen, sich einmal bei einer anderen Marke umzusehen – und das, obwohl der objektive Betrachter ja zugeben muss, dass die Singularität von Subaru lange nicht mehr so ausgeprägt ist, wie dies in den 80ern einmal der Fall war.
Um diese Kundschaft weiter glücklich zu machen, ersann Subaru den Forester. Dieser baut auf einer gemischten Plattform aus allerlei Komponenten des Impreza auf, gemischt mit diversen Zutaten vom größeren Legacy. Das machte den Wagen erschwinglich.
Und auch heute, als Gebrauchter, ist ein halbwegs gepflegter Forester bezahlbar: bei 2.500€ gehen die Preise für ernsthafte Modelle los, gute kosten das Doppelte.
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| Ein bisserl Kriegsbemalung darf am Turbo-S nicht fehlen |
Der Forester der ersten Jahrgänge mit seinen 122PS, dem schlichten aber wohnlichen Innenraum und der angenehmen Höhe, die unter der eines typischen SUV Vertreters wie etwa dem X3 liegt, ist noch so ein richtiger Kumpeltyp, den man sehr schnell mögen kann und ihn dann lange zu schätzen weiss. Der Innenraum ist tatsächlich so grob, dass man keine Angst hat, ihn mit schlammigen Stiefeln zu betreten – und doch ist er so wohnlich, dass man mit ihm schon auch mal in die Oper fahren würde.
Aber Subaru wäre nicht Subaru, hätten sie dem Forester nicht auch einen bösen Zwilling mitgegeben: den S-Turbo. Der holt 170PS aus dem 2Liter Boxer und pirschte sich damals bereits sehr nahe an den WRX heran, der auch nur 195 hatte. Mit dieser Motorisierung, üppiger Serienausstattung, wie man sie von Subaru kennt und dem leicht tiefergelegten Fahrwerk wird der Forester zur Keule, die man auch auf der Landstrasse gerne einmal schwingt. Leider wird die Freude flankiert von Verbräuchen zwischen 11 und 14 Litern – und da ist im Zweifel nach oben immer Luft; ein Turbo alter Schule eben.
Erstaunlich dabei: Diese Wagen werden nicht unbedingt von Zweifelhaften Zeitgenossen gefahren – eher von solchen, die für ihren Pferdeanhänger gerne ein bisserl mehr Dampf hätten. Wer sich nach einem Forester S umsieht, findet bei Preisen zwischen 4.000 und 6.000€ Modelle mit weniger als 150.000 KM auf der Uhr, die zum Teil aus zweiter oder gar erster Hand stammen – typisch Subaru eben.
Überhaupt: Laufleistungen… Hier gilt ja Mercedes an Deutschen Stammtischen immer noch als das Ur-Meter der Haltbarkeit. Subaru High Milage Clubs auf der ganzen Welt strafen die Legende Lügen – 300.000 Kilometer sind eigentlich immer drin. In typischen Subaru-Gegenden wie dem Westerwald, wo man mit dem Forester viel nach Köln oder Frankfurt pendelt, finden sich Exemplare mit solchen Laufleistungen zuhauf – und Dieselmotoren waren für den Forester keine Verfügbar…
Alles in allem kann der Forester heute als einer der besten Tips dieser Szene gelten – wer etwa mit frühen RAVs liebäugelt oder dem alten Honda CR-V ist häufig mit einem Forester weit besser bedient: man genießt die gleichen Vorteile, ohne die Nachteile der klumpigeren Konzepte in Kauf nehmen zu müssen. Und: Man muss nicht mit Permanent-Imitaten durch die Gegend fahren, die speziell im frühen Honda CR-V oder HR-V träge ansprechen – der Subaru Allrader mit dem knurrigen Boxer bildet eine echte permanente Einheit – immer und in bester Symmetrie; Etikettenschwindel ausgeschlossen.
Wenn es am frühen Forester etwas zu meckern gibt, ist das allenfalls seine etwas indirekte Lenkung, die den Wagen unnötig träger erscheinen lässt, als er eigentlich – aber daran gewöhnt man sich schnell. Wie gesagt: Für die meisten Käufer wurde der Forester zur Dauerhaften Liebesbeziehung – das spürt man nicht auf den ersten Blick, versteht man aber nach wenigen Kilometern.




Ganz tolles Blog! Weiter so, ich komme sicher öfter hier vorbei.