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Dez 28 / admin

Gebraucht-Check: Passat Syncro – Allrad Alternative zum Subaru Legacy?

Selbst eingefleischte Fans anderer Marken kommen immer mal wieder am Passat vorbei – der Passat ist letztlich nichts anderes als der Golf der Mittelklasse: Vielseitig, germanisch, durchdacht – und von einer gigantischen Modellvielfalt geprägt.

Passat Syncro in seiner Urform - damals auch schon kein schlechtes Auto

Auch einen Allrader hatte Volkswagen immer wieder im Programm – und das bereits mit dem B3. Bezahlbare Allrad-Kombis vom Typ Syncro – so hieß 4Motion früher – stammen heute aus der Baureihe, die 2 Generationen später auf den Markt kam und 1997 ihr Debüt hatte und bis 2005 am Markt blieb, Facegeliftet zum Modelljahr 2001.

Tatsächlich verließ jeder 12. – 15. Kombi dieser Jahrgänge die Werkshallen mit Allradantrieb, auch wenn das viele Leute gar nicht so recht realisiert haben, weil Allradantrieb bei Audi und Subaru verortet ist.

Kann sich immer noch sehen lassen: Schlichter Allrader Passat Syncro von 1999

Interessant an diesen Modellen: Im Gegensatz zu Subaru beispielsweise stattete Volkswagen die Wagen auch bereits mit TDI-Motoren aus. Die gelten auch in diesen Jahrgängen als betont knauserig – wenn auch nicht gerade als problemlos – speziell die größeren Maschinen bedürfen gescheiter Wartung oder neigen zu groben teuren Defekten. Wie generell der Passat nicht nur Grund zur Freude war. Speziell die frühen Jahrgänge hatten und haben allerlei WehWehchen – allerdings in einer recht breiten Serienstreueung. Als problemloseste Motorisierung dieser Zeit gelten die 1.8 und 2 Liter Benzinmotoren, die mit 125 beziehungsweise 150PS im Grunde vollkommen ausreichend sind, jedoch eher rar auf dem Markt sind.

Platz satt - auch für hinten sitzende ist der Passat ein langstreckentaugliches Auto

Die Syncro-Passats wurden normalerweise von Leute gekauft, die mit Ihnen viel fahren wollten – die fuhren entweder die größeren Maschinen oder die Diesel. Größere Motoriseirungen wie etwa der 2.8er mit 193 PS sind daher eher die Regel als die Ausnahme. Zugegeben – diese Motorisierung steht dem Passat gut und macht ihn recht fetzig – gleichermaßen ist der wagen hiermit jedoch teuer zu versichern und nimmt sich auch gerne mal 12 Liter Sprit und mehr – bei den heutigen Benzinpreisen keine wahre Freude – aber immerhin zuverlässig – viele dieser Wagen findet man heute mit 300.00o und mehr Kilometern auf der Uhr. Pauschal billig macht sie das übrigens nicht – der Werterhalt des Passat ist nach wie vor eines der stärksten Kaufargumente.

Dennoch: Hier sollte man wirklich solide überlegen – denn auch die Inspektionskosten der VWs dieser Jahre sind nicht von Pappe. Da geht so mancher zurecht lieber zu ATU.

Der große Bruder: Business-Class mit 275PS und Allrad-Antrieb

Richtig heftig wird es, wenn der seltene 8Zylinder mit satten 275PS an Bord ist – der kostet in der Anschaffung das Doppelte oder Dreifache einer vernunftbetonteren Motorisierung – Versicherung und Tankstelle schlagen noch einmal zu – und der VW Händler schreibt Rechnungen, die freibeuterische Züge haben. Der W8 wird ein cooler Youngtimer werden – für die, die ihn sich leisten können – nicht umsonst finden sich hier häufig mal 5 oder mehr Vorbesitzer, die sich mit den Kosten einfach verschätzt haben.

Jenseits dessen hat der Passat zweifelsfrei Qualitäten, die ihn auch zurecht erfolgreich gemacht haben. Der Innenraum ist sehr durchdacht – alle Mechanismen und Materialien belastbar [Ausnahme: Fensterheber hinten] – und auch die kleinsten Stauräume sind vernünftig gestaltete. Der Variant, der 90% des Passat-Bestandes ausmacht, hat einen gescheiten Kofferraum, der beispielsweise einen 5er BMW dieser Jahre in den Schatten stellt – oder den Konzernbruder A6. Da kann man nicht meckern. Auch im Innenraum hat der Wagen Familien-Format – wen auch ein unangenehmes Raumgefühl herrscht: Die Gürtellinie des Passat ist so hoch, dass man sich stets ein wenig wie in einer Badewanne fühlt, ein wenig eingemauert.

Auch übersichtlich im klassischen Sinne ist der Passat nicht. Ein weiteres Manko: Die Bodenfreiheit ist kein Traum – speziell auf verharschtem Schnee würde man sich da mehr wünschen – auch für Waldwege ist der Passat nicht wirklich geeignet. Im normalen Alltag erhält man dafür ein sehr löbliches Fahrverhalten, auch bei hoher Geschwindigkeit.

Alles in allem kann man mit dem Passat heute noch ganz gut leben – sein Nachfolger ist jedoch in allen Dimensionen deutlich besser. Schockierend bei beiden: Die aufgerufenen Preise sind teilweise nicht nachvollziehbar. Da werden 7000 Euro aufgerufen für Modellen mit gut 250.000 auf der Uhr? Irgendwo hört der Spaß auf. Vernünftige Preise um 5000 für die Hälfte der Laufleistung sind zu finden, teils immer noch mit guter Ausstattung – Leder, Automatik, Navi; die üblichen Vielfahrerausstattungen sind sehr häufig eingebaut. Das große Navi gilt als technisch sensibel – die Platzierung knapp über dem Aschenbecher ist ergonomische Idiotie.

Dennoch: Wer einen gescheiten Passat dieser Ära findet, kann mit dem vielseitigen Wolfsburger Allrader eine Bindung fürs Leben eingehen – der Wagen ist einfach für so ziemlich alles brauchbar – bis eben auf die Anfälligkeiten, die Nerven und Geld kosten, die nicht im Verhältnis stehen. Der Subaru Legacy ist deutlich besser gepreist und technisch verlässlicher – und aus dem Hause Volkswagen gibt es für deutlich fairere Tarife den Skoda Octavia als Allrader – und der kann was und hat sich als weniger anfällig erwiesen. Hinzu kommt: Für das gleiche Geld ist er schnell mal 3 oder 4 Jahre jünger – auch das hilft.


 

3 Comments

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  1. Lukas / Dez 28 2011

    Als Subaru-Alternative geht der Passat höchstens noch als Fünfzylinder-Syncro Variant durch, doch die sind ja fast ausgestorben oder völlig überteuert und verbastelt. Vor allem die letzten beiden Passat-Generationen sind einfach zu anfällig und zu teuer, um als Alternative durchzugehen.

  2. reseller hosting / Jan 24 2012

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